Dienstag, Mai 28, 2013

Nachsendeauftrag.

Der Umzug ist vollzogen. Wenn auch noch nicht alles fertig ist, einige neue Texte sind schon  "drüben" eingestellt. Hier auf Blogger.com wird ISDT also in Zukunft nicht mehr aktualisiert. Bleibt nur, mich bei unfassbaren 123.805 Aufrufen in den letzten Jahren zu bedanken. Verbunden mit der Bitte, sich auch in den neuen Räumlichkeiten umzuschauen, die ab sofort unter:

http://imschattendertribuene.com

zu erreichen sind. Und wer seine Blogroll entsprechend ändern möchte: Ich würde mich freuen! In naher Zukunft wird dann diese Seite hier gelöscht. Viele Fotos und anderes "Gedöns" findet sich schon außer Haus wieder:

https://www.facebook.com/imschattendertribuene 


Vielen Dank!

Uwe Strootmann

Samstag, Mai 11, 2013

Künstlerkolonie

Seit fast sieben Jahren wohnt ISDT nun in dieser Wohnung. Recht günstig, die Nebenkosten halten sich im Rahmen. Dafür sind die Räumlichkeiten aber möbliert, recht karg und renovierungsbedürftig. Die Bilder hängen schief, die Seitenleiste fällt andauernd von der Wand und die Werbeplakate lassen sich nicht mehr verlinken. 
Einige Nachbarn sind weggezogen und auch die Verkehrsanbindung ist  nicht mehr zeitgemäß. Nun bietet sich die Möglichkeit einer eigenen Wohnung in der Künstlerkolonie WordPress. Ich gucke mir das aber erst ganz genau an. Probier mal aus, wie eine Wohnung dort zu gestalten ist. Eventuell benötige ich auch noch Hilfe beim Umzug, denn in so langer Zeit sammelt sich einiges an und ich möchte doch alles mitnehmen. Die neue Adresse kenne ich aber schon, sie lautet: imschattendertribuene.com . Ich fahre da gleich noch mal hin. Ausmessen und so. Ach, und sollte bei den Planungen und möglichem Umzug etwas schief laufen: Dann sind wir einfach weg. Was auch kein Beinbruch wäre. 

Donnerstag, Mai 09, 2013

Constanze

Täuscht der Eindruck oder waren die Mannschaften "früher"stabiler in ihren Leistungen ? Entweder stabil gut, oder stabil schlecht ? Stabiles Mittelmaß, noch stabilere graue Maus. SG Skandalnudel, Vfl Unabsteigbar und was weiss ich nicht noch alles. 
Der RWE war in der Regel eher stabil schlecht, daher auch die Ligazugehörigkeit. Stabil allein der Namenszusatz "Traditionsverein". Instabil leider oft in seinen Beziehungen: Zur Stadt, zu Spielern, dem DFB, bisweilen zu den eigenen Ansprüchen. In der Regel war eine Saison trotzdem ein ruhiger langer Fluss: Es ging mal rauf, aber meistens konsequent runter. 
Betrachtet man aber nun speziell die letzten 15 Partien der aktuellen Saison, so bleibt letztendlich ein großes Fragezeichen zurück. Die Mannschaft hat uns mitgenommen auf eine Achterbahnfahrt, welche nicht wirklich TÜV geprüft war. Mal kurz auf Wolke Sieben, dann im Tal der Tränen. Fremdschämen und Freudentränen. Pflichtsiege und Pokalpleite. Das totale Gefühlschaos der Mannschaft und dem Verein gegenüber. 
Dazu noch der Abriss der alten Bude. Die einen sagen so, die anderen so: Das Verhältnis derer, die eine konsequente sportliche Weiterentwicklung unter Einhaltung wirtschaftlicher Gegebenheiten wollen, hält sich in etwa die Waage mit denen, die eine sofortige Aufnahme in die Zweite Bundesliga fordern, dafür bereit sind, richtig Geld in die Hand zu nehmen (lassen!). Trainer, Vereinsführung und das kickende Personal werden hochgelobt um direkt im Anschluss in Frage gestellt zu werden. 
Die Foren quergelesen ergeben bisweilen den Eindruck einer drohenden Vereinsspaltung: Aus Rot Weiss Essen wird Schwarz Essen und Weiss Essen. Führen wir uns aber den sportlichen Istzustand recht emotionslos vor Augen, befinden wir uns schlicht in der Grauzone der Ligenpyramide. Das wir trotzdem nicht im Niemandsland der Aufmerksamkeit gelandet sind, liegt an dem oben genannten stabilen Namenszusatz! 
Versuchen wir nun das Unmögliche, nämlich die Achterbahnfahrt dieser letzten fünfzehn Spiele zu verstehen.:

RWE - SV Verl  0:1

Wasserschlacht, kein Fußballspiel. Hätte nicht stattfinden dürfen. Kann aber passieren. Kein Vorwurf.

RWE - SG Bergisch Gladbach 09  4:1
RWE - Bayer Leverkusen II  4:0
1. FC Köln II - RWE  1:4

Der erste kleine gemeinsame Nenner namens "Tiki - Taka Fußball"! Aufstiegsträume, Kerim Avci im Fokus.

RWE - Fortuna Köln  0:1

Spitzenspiel. Direkt mit Anpfiff den Schneid verloren. Nie in das Spiel gefunden. Etwas Pech im Abschluss. Direkter Konkurrent mit eindeutigerer Körpersprache.

FC Kray - RWE  0:0
Fortuna Düsseldorf II - RWE  1:1

Spielerischer Offenbarungseid  gegen große Stadtteilkämpfer. Unruhe im Auditorium. Komplettblamage gerade noch verhindert. Im Anschluss wieder stets bemüht. Aber ohne den Glanz zuvor.

RWE - FC SChalke II  1:0

Kein Derby. Keine Erstvertretung. Trotzdem aber eine Mannschaft eben dieses Vereins. Eine Niederlage hier, und die Spieler könnten gleich einpacken.

VfB Hüls - RWE  5:0

Komplettblamage!

SC Wiedenbrück - RWE  1:4
RWE - Viktoria Köln  4:0

Wiedergutmachung. Kampfspiel. Geld gewinnt doch keine Spiele. Wieder jeweils Vier eigene Tore, leichte Hoffnung keimt wieder auf.

SV HöNi - RWE  2:1

Pokalblamage. Europapokaleinzug vergeigt. TV Spiel ausgelassen. 100.000 € Minimum weniger Budget. Keine Eisernen.

MSV Duisburg II - RWE 2:0

Luft raus. Fans feiern sich selbst!

RWE - VfL Borussia Mönchengladbach II  1:6

Komplettblamage reloaded. Nur noch kompletter. Familientag, 10.500 Fans. Wie das den Kindern und Nachwuchsfans erklären. Die "Alten" fühlen sich verarscht. Volksseele kocht. Forum platzt!!

VfL Bochum II - RWE  1:1

Sie waren bemüht. Bemühungen erbrachten Ausgleich in der Nachspielzeit. Anfeuerung über 90 Minuten. Trotz  Komplettblamage zuvor. Heimlicher Sieger des Abends: Die Bratwurst bekam lobende Worte im Forum. Zeigt die Prioritäten dieser Tage.

Liest sich nicht wirklich stabil. Dabei ist das Spiel des RWE durchaus intelligent ausgerichtet. Der Platz wird konsequent in seiner Gänze genutzt, die Ballsicherheit der RWE Spieler sorgt für Passgenauigkeit und  manch genialen Abschluss. Meines Erachtens weiss der Trainer was er da tut. Hat sich zudem ein Spieler wie Cebio Soukou konsequent gesteigert. 
Andere Spieler stagnierten eher und tauchten bisweilen gar unter. So bleiben in der Summe diese Saison nur wenige Feldspieler im Gedächtnis zurück. Eher schon die Torwart Trilogie. Verletzungspech, auch das durchaus ein Thema. Vielleicht auch schon Vertragsgespräche. Der Fußball dieser Tage bereitet überhaupt das unbehagliche Gefühl, als ob nur noch Berater wichtig sind, Spiel und Psyche somit nachhaltig beeinflussen. 
Aus der Viertklassigkeit will eben jeder noch den Sprung höher schaffen. Sei es sportlich oder monetär. Vereinstreue oder volle Tribünen sind doch Wurstegal, stimmt das Angebot. Diese Zeiten sind vorbei. Zahlt ein Verein mit 37 Zuschauern im Schnitt besser als unser RWE, ist der Spieler weg! Würden wir es anders machen, umgemünzt auf unsere jeweiligen Arbeitgeber ? 
Aber zurück zum Spiel: Läuft es von Anfang an bei RWE, dann lief es wirklich gut. Die Spieler liefen, der Ball auch und die Gegner hinterher. Es bedurfte keines großen kämpferischen Einsatzes. Kamen aber körperlich robuste, bisweilen überhart agierende Mannschaften auf den Platz, wollte man manches Mal über die Bande hüpfen, um unsere eher schmächtigen Spieler schützen. So speziell in den Spielen gegen Fortuna Köln oder den Spochtunfreundlichen aus Lotte. 
Lief es dann sowohl spielerisch als auch körperlich nicht, dann war keiner da, der die Mannschaft noch auf dem Feld wachgerüttelt und mitgerissen hat. Da mag der Trainer noch so schreien, die Fans noch so anfeuern: Der Leitwolf fehlte oder hat sich nicht herauskristallisiert. 
Was dieser Mannschaft fehlt, ist vielleicht ein "Enforcer". Einer, der direkt mal eben dem Gegner auf die Socken steigt, oder der klassischen Grätsche mächtig. Einer, der zur Not auch eine Karte riskiert oder den Ball unter das Tribünendach drischt, wenn es eng wird. Einer, der seinen Mannschaftskameraden situativ ein kompetentes "Quäl Dich Du Sau" zuwerfen darf, um denjenigen dann anerkennend auf die Schulter zu klopfen. 
Noch drei Spiele, dann haben wir es vorerst alle wieder geschafft. Aber schon direkt am nächsten Tag beginnt sie wieder: Die Spekulation um Neuzugänge und Platzierung, die Vorfreude auf die kommende Saison. Der Verein indes sollte sich ganz stark Gedanken über die Verpflichtung einer Constanze machen. Dieses Auf und Ab ist nicht gut für den Blutdruck und wir werden alle nicht jünger. 
  

Mittwoch, Mai 08, 2013

Von der Unlust und dessen Freude.

Drei Fahnen der Ultras Essen werden geschwenkt. Gegenüber, auf der alten Haupttribüne der Lohrheide, hängt einsam eine Fahne des VfL Bochum. Das Kamerateam der Polizei positioniert seinen Aufnahmewagen noch einmal neu vor dem heute ungewohnt kleinen Block der Essener Fans. Balljungen widmen sich der Hochsprungmatte. 
Anwesende Fotografen versammeln sich zumeist einsam rund um das Eckige und der Stadionsprecher begrüßt die zahlenden Zuschauer mit der Begeisterung einer Bahnhofsdurchsage. Wattenscheid, Stadion Lohrheide an einem Dienstagabend. Regionalliga West. Spiel Eins nach dem Heimdebakel gegen die Zweitvertretung der Borussia aus Mönchengladbach. 
Ich hatte überhaupt keine Lust auf Fußball, keine Lust auf die Mannschaft des RWE dieser Tage. Aber, da ist auch der Beruf. Und ein Klient, welcher eigentlich von Haus aus Königsblau. An Spieltagen aber im RWE Trikot zur Schule gehend und um jedes Spiel weiß. In seinen Worten fragt, wann es mal wieder zum Fußball geht. Den Ablauf klar festgelegt: Es bedarf der Eintrittskarte, möglichst einer Stadionzeitung und mindestens zwei Stadionwürste. Es winkt ein Hinweg in überbordender Freude und Mitteilungsdrang, im Anschluss ein Rückweg in Stille, da Zufriedenheit eingekehrt ist in einen unruhigen Geist, welcher nun die ihm wichtigen Dinge in der Hand hält. Welcher noch tagelang von einem Spiel schwärmt, welches ich heute privat nicht besucht hätte. 
Es fehlen dann auch die Argumente, sich für ein sportlich bedeutungsloses Fußballspiel auf den weiten Weg zu machen. Achthundert Besucher haben sich trotzdem an diesem Abend auf den Weg in das Lohrheide Stadion gemacht. Bochum zu Gast in der Eingemeinde und sportlicher Heimat der SG Wattenscheid 09. Die älteren Fußballfans mögen sich erinnern. 
Mit Beginn der Begegnung nahmen auch die Ultras Essen und ihr Umfeld die Unterstützung der Mannschaft auf. Das hätte ich in dieser Form so nicht erwartet. In den kurzen Gesangspausen kam dann immer wieder ein wohliges Gefühl von Bezirksliga in Anbetracht der Kulisse und den Bemühungen der Aktiven auf dem Rasen auf. Bemüht waren sie durchaus, die Spieler des RWE. Kurz vor der Halbzeit gab es sogar eine Phase, die man getrost als Druckphase hätte bezeichnen können. Ohne diese in Tore umzumünzen. 
Alles in allem aber ein erste Halbzeit, welche so dahinplätscherte. Da sich der Großteil der Essener Fans auf der Sitzplatztribüne niedergelassen hatte, blieb in den Kurvenblöcken genug Platz für die restlichen Fans des RWE. Ungefähr Vierzig an der Zahl. Eine Enttäuschung monetärer Natur natürlich für den einzigen, unter einem Partyzelt positionierten, Bratwurststand. Andererseits vielleicht auch nicht ganz so schlecht für den Mann an der Grillzange, war sein Mitteilungsdrang doch bisweilen ausgeprägter als seine eigentliche Aufgabe, die der Würstchenzubereitung. 
In der zweiten Halbzeit wirkte das Spiel etwas geordneter und auch mit mehr Drang zum jeweils gegnerischen Tor. Der VfL Bochum ging dann durch einen Elfmeter in Führung, welcher aber durch die weite Entfernung nicht klar als solcher definiert werden konnte. Hatte zudem noch mindestens eine klare Torchance, welche jedoch vergeben wurde. Etwas, was sich im Fußball zumeist rächt. Das Auslassen klarer Torchancen jetzt. 
In der Nachspielzeit kam der RWE somit doch noch zu seinem verdienten Ausgleich. Endstand also 1:1. Während des Spiels übrigens monierte die Bahnhofsdurchsage noch Essener Leuchtfeuer und fielen die vielen Rückpässe in Richtung eigenes Tor beim RWE auf. Tja, und das war es dann auch, an diesem Abend Anfang Mai. 
Ich hatte immer noch keine Lust auf Fußball und den RWE. War auf der Rückfahrt genau so still wie auf der Hinfahrt, mit den Gedanken ganz woanders. Aber auch mit einem Lächeln und der Gewissheit, einem ganz tollen Menschen heute ein paar schöne Stunden beschert zu haben. Und morgen, wenn ich denn abgerechnet habe, geht auch die Eintrittskarte endgültig in seinen Besitz über. 

Donnerstag, Mai 02, 2013

Pornobalken

In der Ecke des Wohnzimmers hat sie nun ihren Platz gefunden, die über 30 Jahre alte Sitzschale, bis vor kurzem noch Bestandteil der Haupttribüne des Georg Melches Stadion in Essen. Der Fernseher ist ausgeschaltet, im Hintergrund singen Heart "Alone" und ein letztes Bier ward geöffnet. 
Es ist Ruhe eingekehrt, nachdem nun auch die Berichterstattung des zweiten Halbfinales der diesjährigen Champions League Saison geendet hat. Das Finale steht fest, der BVB und die Bayern werden dem Deutschen Fußball die Fußballkrone Europas bescheren. Was jetzt nichts an der Einsamkeit ändert, sicher aber an der schon seit einiger Zeit hyperventilierenden Berichterstattung über den hiesigen Fußball. 
Scheinbar haben sich die Medien an uns Fans abgearbeitet, die Frontberichte wirken nicht mehr ganz so martialisch. Wehe aber, ein Mitarbeiter eines Sportsenders kehrt wieder auf einen Trainerstuhl zurück. So erlebt im Falle eines Peter Neururer. Tagelang hatte sein Haussender das eh schon karge Programm noch weiter reduziert: Zwischen Verkauf und unlustiger Lust kam der Peter. Als Thema natürlich. Wer aber nicht im selbigen und somit in Kenntnis darüber war, dass Peter Neururer lediglich einen abstiegsbedrohten Zweitligisten für den Rest der Saison übernehmen wird, hatte nur die Wahl zwischen Nachruf und Papst. 
Als sich die Nachrichtenlage wieder etwas beruhigt hatte, sickerten weitere Nachrichten durch, welche die Bundesliga, einst mediales Lieblingskind, fast zur Persona non grata erklärte! Erklären musste: Zwei Deutsche Teilnehmer im Halbfinale der Champions League. Zudem Wechselabsichten, Weschselankündigungen und Wechselungereimtheiten zwischen München und Dortmund. Ganz nebenbei nun auch zum Deutschen El Clasico` erklärt. 
Es gab wichtigeres, als über eine profane Bundesliga Saison oder den heimischen Pokalwettbewerb zu berichten. Ja und dann wechselt auch noch unverhofft ein Spieler des BVB in der nächsten Saison an die Isar. Nicht nur der juvenilen Bettwäsche wegen. Geht es plötzlich für einen um die Wurst, der selbige doch sonst produziert. Mario Götze und Uli Hoeneß brachten den schon siedenden Nachrichtentopf zum Überkochen. Man kam nicht mehr vorbei am Fußball, der doch reduziert wurde auf zwei Vereine, seine Spieler und einen Zocker. Talkshows schmissen ihr Programm um, wir twitterten und posteten bei Facebook, was das Zeug hielt. 
Der Fußball hielt einem in Atem, lenkte ab. Auch wenn es außerhalb der beiden schon erwähnten Vereine und ihrer Protagonisten kaum erwähnenswertes zu geben schien. Einmal abgesehen von der Tatsache, man ist Fußballlehrer im Wartestand und Experte bei einem gelegentlich Sport sendenden Sportsender! Der Finaleinzug des VfB Stuttgart, die Viertelfinalpleite des RWE auf dem Acker von Hönnepel - Niedermörmter, der immer konzentrierter werdende Aufstiegskampf in der Dritten Liga, das Aufbäumen des FC Augsburg oder das Duell der ersten Fußballklubs aus Köln und Kaiserslautern um Platz drei und die Relegation. Alles in den Hintergrund gedrängt. 
Obwohl, dem Aufstieg der Braunschweiger Eintracht wurde einiges an Aufmerksamkeit gewidmet. Proportional betrachtet sogar mehr, als dem der Berliner Hertha. Aber klar, Hertha BSC steigt regelmässig in die Bundesliga auf und dann wieder ab, der BTSV Eintracht nur alle 28 Jahre. Ergibt für den Moment die besseren Schlagzeilen, die bessere Quote. 
Was erschwerend natürlich für all die anderen Vereine hinzu kam: Der BVB und der FC Bayern boten einen Fußball, der bisweilen schöner kaum sein konnte. Zudem Spannung, welche dem abgestandenen Malaga Eisbecher zu neuer Blüte verhalf. Geile Spiele, die uns da geboten wurden. Und wenn es dann drohte, wieder zu einsam zu werden, verhalfen der FC Basel und die Tottenham Hotspurs dazu, zwei weitere Abende in Anbetracht faszinierenden Fußballs herumzubekommen. Wenn auch eine Etage unterhalb der Champions League. 
Wir fassen zusammen: Mit Fußball ist man etwas weniger einsam, Fußball beschert grandiose Stunden und wunderbar spannende Spiele. Über Fußball lässt sich immer und überall reden. Scheinbar besonders in diesen Tagen. Fußball wird aber durch die Medien dermaßen ausgeschlachtet, so dass sich der ganz normale Fan zwischendurch zu fragen hat, ob noch wichtich auf´m Platz oder nur in den Nachrichten. 
Und nun das Deutsche Finale in Wembley. Wir werden in den nächsten 25 Tagen alles, wirklich alles aus Dortmund und München erfahren. Ob Extensions bei Matthias Sammer oder Zahnreinigung bei Jürgen Klopp: Nun wird alles offen gelegt, was wir noch nie wissen wollten. Fußball wird Boulevard. Ach ja, Fußball wird aber auch noch gespielt. In Essen, in Nordhorn, in Liverpool.Und er lenkt ab. Wie gesagt.

Sonntag, April 28, 2013

The nun wirklich last Stand!

Das Wasser tropft durch die Ecken, der Putz bröckelt von den Wänden. Intarsien auf dem Boden. Schöne letzte Eindrücke und sehr nah dran an Melches und Lippens da oben in dem kleinen Kämmerlein. 
Aber, nun auch die Erkenntnis: Es ist jetzt gut so, wie es ist. und wir bauen nun die Zukunft des Vereines auch auf den Steinen des Georg Melches Stadions. Daran sollten wir immer denken. Es ist gar nicht weg! Die Bilder entstanden mit freundlicher Genehmigung der GVE unter Einhaltung sämtlicher Vorsichstmaßnahmen. Teile der "Haupt" sind bereits gesperrt und nicht mehr begehbar! Dafür herzlichen Dank!)
Wer eines der Bilder in großer Auflösung möchte, möge sich bitte per PN an uns wenden. Nur der RWE!

Donnerstag, April 25, 2013

Vom Acker gemacht!

Abseits der strahlenden Halbfinalerfolge hat sich der dritte Teilnehmer aus den europäischen Pokalwettbewerben verabschiedet. Wir haben die Reisestrapazen und den Schwarzmarkt gescheut und wissen nun nicht wirklich, warum das Viertelfinale beim SV Hönnepel - Niedermörmter mit 1:2 verloren wurde.  Vielleicht ist es aber nun an der Zeit für ein Geständnis: 
Der RWE war gar nicht im Europapokal vertreten. Und Hönnepel Niedermörmter liegt auch nicht an der Wolga, sondern in Kalkar. Rot Weiss Essen ist lediglich aus dem Niederrhein Pokal ausgeschieden. Somit kehren auch wir wieder zur Wahrheit zurück die da lautet: Regionalliga West, Viertklassigkeit. Inklusive Saisonverlauf, der bisweilen sprachlos macht. Herzlichen Glückwunsch liebe "HöNie`s"und viel Glück für das Halbfinale im Eur..... nein, Niederrheinpokal. 

Samstag, April 20, 2013

Outtake: Verlustängste

Zum Wochenende das Redaktionsbüro aufgeräumt und in der Schublade "Handybilder" noch einige Fotos gefunden. Wem gehört wohl das Bein und wer hat hier sein Herz verloren? 
Und, by the Way: Unsere Zukunft strahlt auch ganz schön. — hier: Georg-Melches-Stadion.

Donnerstag, April 18, 2013

Verlustängste

Es sollte ein Pamphlet werden. Ein Abgesang an die Tabelle. Eine literarische Erregung darüber, dass sich aber auch gar nichts auf Hüls reimt. Aber es ging einfach nicht. Vielleicht lag es daran, dass sich dieses 0:5 einfach nicht charmant umschreiben ließ. Oder daran, dass die Stimmung grundsätzlich zu kippen drohte und fast drei Jahre harter Aufbauarbeit in den Foren der verbalen Abrissbirne Platz machen musste. 
Es lag aber vor allem auch an der eigenen Enttäuschung. Die Tabelle lügt zwar nie, aber sie lässt sich hochrechnen, mit Hoffnung belegen und am Ende passt das dann. Und so habe ich ernsthaft daran geglaubt, dass am Ende der Relegationsplatz belegt wird. Kann ich ja nun so sagen, hilft hier doch kein Konjunktiv weiter. Die Leistungen boten zwischendurch Anlass zu diesen Gedankenspielchen. Es hat nicht sollen sein; In Wiedenbrück fand dann die Wiedergutmachung statt. 
Plötzlich aber gehörten die Schlagzeilen nicht mehr der Mannschaft des RWE, mussten die Offiziellen medial Platz machen. Beiseite treten für Artikel, die für den Augenblick nur marginal mit der Zukunft des Vereines in Verbindung zu bringen sind. Scheinbar aus dem Nichts lesen wir von Entkernung, von letzten Begehungen, von historischen Funden und wunderschönen Memorabilien. 
Schlagartig, weil verdrängt, wird nun auch dem letzten Fan klar: Ach Du Schreck, das GMS kommt weg. Die "Haupt" von innen nach aussen, die "Ost" von rechts nach links. Dieser Tage nun ist das neue Stadion Essen weiterhin wichtig und vor allen Dingen richtig: Aber, es gilt jetzt den Gefühlen derer Respekt zu zollen, die Spieltag für Spieltag mit einem wehmütigen Blick auf die alten Gemäuer zu ihren neuen Plätzen gegangen sind. Die die Halbzeit mit Träne im Knopfloch Blickrichtung Haupttribüne verbracht haben. 
Vielleicht, oder sicher wissend, dass das Georg Melches Stadion keine Zukunft mehr hatte und folglich auch der geliebte Verein nicht. Aber der Fußball Fan als rationell denkende Spezies ? Mitnichten. Der Fan fühlt, lebt und leidet mit seinem Verein, betrachtet das eigene Stadion als sein Wohnzimmer. Und nun wird das alte Wohnzimmer endgültig dem Erdboden gleich gemacht. Die Erinnerungen werden wieder lebendiger denn jemals zuvor. 
Schließlich war es ja auch nicht irgendein Wohnzimmer. Es war das Georg Melches Stadion an der Hafenstraße 97a in Essen. Der Mythos. Der Schrecken. Aber auch viel Ärger. Viel Kummer und Leid. Viel Versagen. Aber immer mit Herz und Schnauze. Manchmal auch mitten drauf. Kaum ein zweiter Verein wird so mit seinen Fans und dem Stadion in Verbindung gebracht wie der RWE. Manche Vereine kommen mit einem neuen Stadion nur vom Regen in die Traufe. Oder vom Parkstadion in eine Turnhalle. 
Kaum ein zweiter Verein hatte eine Tribüne wie der RWE. Es ist nicht unbedingt die "Ost", die nun diese Verlustängste herbeiruft, denn war sie doch eher ungeliebte Heimat und zumeist den Gästen vorbehalten. Die "West" war legendär, die "Nord" bisweilen Anlass für Töpperwiensche Höhepunkte verbaler Natur. Aber es ist auch diese unvergleichliche Tribüne mit ihrem spannenden Innenleben. Die Tribüne ist Willi Lippens in flagranti, ist eine Turnhalle. Eine Stadiongaststätte mit direktem Zugang auf die Sitzplätze. Die Tribüne beherbergt eine Wohnung mit kleinem Gärtchen davor, Toiletten mit Stolpergarantie. Hatte Stufen, die irgendwie komisch gefühlt zu gehen waren. 
Ach,  schreiben wir es doch einfach: Die Tribüne wäre schützenswertes Kulturgut. Aber leider rechnet es sich nicht. Macht die Statik nicht mehr mit. Und nehmen rationell denkende Menschen den Taschenrechner und die Entscheidung in die Hand. Kein Denkmal. Und so werden wir bald die gewohnten Wege gehen, um unser neues Zuhause zu erreichen, welches uns eine schöne Heimat werden wird, auch wenn uns sicher lange Zeit etwas fehlen wird. 
Aber schließlich beherbergt auch dieses Zuhause all das, was wir lieben und was ein unverzichtbarer Teil unseres Lebens war, ist oder werden wird: Unseren Verein Rot Weiss Essen von 1907. Und das Georg Melches Stadion, das lebt weiter in unseren Herzen, den Geschichten, in ganz vielen Bildern und sicher auch noch in einigen Details, auf die wir uns freuen dürfen. Das 0:5 in Hüls dagegen, das haben wir in einigen Monaten vergessen. Dann darf auch wieder gerechnet werden. Jetzt dürfen wir traurig sein. 

Sonntag, März 31, 2013

Rückkehr zur Normalität

Wurde vollzogen: Ein Punkt aus den letzten beiden Spielen. Die Mannschaft war stets bemüht. Der Trainer erreicht diese sicher nicht mehr. Relegationsträume sind ausgeträumt. Geld in die Hand nehmen. Sofort! Lieber schnell aufsteigen. Dann kann man ruhig wieder pleite gehen. Aber der Aufstieg muss her. Gestern! 
Stimmung ist auch Scheiße. Früher war alles besser. Keine Hoffnung mehr in Sicht. Damals gab es noch vier Tore. In jedem Spiel. Traumfußball. Europapokal und Bundesliga. 

"Wir steh`n zu Dir, scheiß auf Liga Vier...."

Aber, und das ist wirklich Fakt: Wir müssen aus dieser Liga raus. Nun hat sich die Mannschaft in zwei ganz schlechten Auftritten selber der kleinen Hoffnung beraubt. Leider aber auch ihren zigtausenden Fans diese genommen. Dem Verein! Und wir haben daran gerade ganz schwer zu knabbern. Leben das aus. Wie früher. Ganz normal. 

Freitag, März 29, 2013

Fortuna Kasachstan

Männer kommunizieren ja bekanntermaßen nicht in einem Umfang, wie es das schönere Geschlecht bisweilen zu tun vermag. Ein: "Wie isset?" als Fragestellung mit "Scheisse isset!" beantwortet, und die Sache ist klar. Da dieser epochale Dialog zweier RWE Fans allerdings vor dem Fortuna Spiel stattfand, steht zu befürchten, dass es dem antwortenden Fan nach dem Spiel auch nicht gerade besser ging.
Womit auch dem Unwissenden nun klar ist: Das Spiel des RWE gegen die Kölner Fortuna wurde mit 0:1 verloren. Das knappste aller Ergebnisse als Schlag ins Kontor aller sportlichen Träume. Nach  den ersten Minuten vermochte man selbst auf das Spielfeld zu rennen und die schmächtigen Spieler des RWE vor der anrennenden Überzahl der mindestens drei Meter großen Fortunen zu schützen. Sparta reloaded. Natürlich hatten auch die Kölner nur Elf Spieler auf dem Feld, übten aber direkt  mit Anpfiff solch Druck aus, so dass der RWE kaum zu einem geordneten Spielaufbau kam. 
Zudem gab es direkt ordentlich auf die Socken und wusste auch der Gästetrainer mit einer eigenen Auslegung von Coaching und deren Zone gut zur zwischenzeitlichen Hektik und Motivation seiner Mannschaft beizutragen. Die Taktik, dem RWE dadurch die eigene druckvolle Anfangsphase zu nehmen, ging voll auf und wurde absehbar mit der Führung belohnt. 
Kommentiert wie folgt von einem Zuschauer in der Nähe: "Immer wenn ich hier bin, verlieren die". Super, was machte der dann überhaupt im Stadion, dazu bei dieser Kälte ? Die Spieler des RWE bemühten sich nach Kräften aber erfolglos, in das eigene Spiel zu finden. Eine Anstrengung, welche von den Rängen mit ausdauernder Anfeuerung honoriert wurde. Machten dann beide Tribünen mit, war zudem im Gästeblock Bewegung zu erkennen und Anfeuerung zu hören, dann ist die Liga für einen kurzen Moment wirklich egal. Oder das Kasachstan Spiel in wärmerer Umgebung. 
Die zweite Halbzeit brachte insgesamt keine fußballerische Steigerung mit sich, wohl aber eine leichte Verschiebung in Richtung Kölner Tor. Die Einzelaktion, die es an diesem Abend zu einem Torerfolg bedurfte, kam aber nicht. Höchst unkonventionell bisweilen die Positionsverschiebungen einiger Spieler, ähnlich der schönen Eigenart, wie unser Trainer seine Mützen zu tragen pflegt. Aber auch das alles ohne Erfolg gekrönt und von unglaublich sicher stehenden und agierenden Fortunen verhindert. 
Es blieb also bei einer weiteren knappen Niederlage in der Festung Hafenstraße. Eine Niederlage, die dem erfahrenen Zuseher schon nach wenigen Spieleindrücken schwante, fand kaum ein Spieler an diesem Abend seine Normalform oder den Ball wie gewohnt am Fuß wieder. Und suchen war ja noch verboten, da Fastenzeit. Den Zeitpunkt einer Niederlage sucht sich nun keine Fan oder Spieler freiwillig aus, und die restliche Saison ohne eine solche zu überstehen, daran hat auch wohl keiner geglaubt. 
Der Zeitpunkt ist es also, der so dumm daherkommt. Wir waren dran, sogar drauf und dran. Richtig nah dran geradezu. Hätten einen "Großen" ärgern können, das nächste Spiel vor Augen, welches als Auswärtsspiel getarnt ist. Da wir aber Rot Weiss Essen sind, sieht die Welt bei einem möglichen Auswärtserfolg in und bei Kray schon wieder ganz anders aus. 
Anders die rot weisse Welt gerade in den Medien. Eine nicht zitierfähige Tapete zieht seine Kreise und schert in den Redaktionsstuben bisweilen alle über einen Kamm. Beeindruckend daher eine schnelle Stellungnahme des Vereins. Beeindruckend neben den klaren Worten der Absage und Entschuldigung aber auch die Botschaft, die uns Fans erreicht: Rot Weiss Essen will kein Klatschpappenpublikum, sondern weiss um seine Anhänger und nimmt sie so wie sie sind. Setzt auf Kommunikation und Fanprojekt. Duldet Kritik und unterstützt Fanangelegenheiten. In Zeiten, wo sogar schon auf St. Pauli Wunderkerzen verboten werden, ein hohes Gut für Fans, die ihre Leidenschaft noch ein wenig selbstbestimmt ausleben wollen. 

Donnerstag, März 21, 2013

Köln, South Yorkshire

Durch die vielen Spielausfälle der letzten 23 Wintermonate scheint das weitere sportliche Schicksal des RWE direkt mit der Stadt Köln in Verbindung zu stehen. So der Eindruck aufgrund der Nachrichtenlage in diesen Monaten: 
Das Spiel beim 1.FC Köln fällt aus. Das Spiel gegen Fortuna Köln fällt aus. Streit bei Viktoria Köln. Das Spiel beim 1.FC Köln wird nachgeholt. Das Spiel gegen Fortuna Köln wird nachgeholt. Bei Viktoria gibt es Streit. Das Spiel gegen Viktoria findet noch statt. Und natürlich thront über allem noch eine, nicht nur streitbare, sondern weiterhin erfolgreiche Lotte. 
Warum der RWE aber  trotzdem die Saison auf dem Relegationsberechtigungsplatz abschließen wird, hat uns keine Glaskugel, sondern der Tabellenrechner des Kicker verraten. Dem Wunsch entsprechend natürlich mit Ergebnissen versorgt.Die Realität spielt sich zum Glück weiterhin auf dem Platz und nicht per Mausklick ab, womit wir wieder in Köln sind, am Samstag. 
Nicht in Köln, sondern zu Gast in Essen beim Spiel gegen Bergisch Gladbach waren Fans des ältesten noch real existierenden Fußballvereins der Welt, dem Sheffield FC von 1857. Aufmerksame Beobachter dürfen nun zurecht auf den VfL Bochum verweisen, welcher schon 1848 das Licht der sportlichen Welt erblickte. Zwar spielt der VfL dem Alter angemessenen Fußball, wurde aber nicht als reiner Fußballverein gegründet.
Ob es sich nun bei den Besuchern aus dem Mutterland um Fans des SFC im klassischen Sinne handelte (387 Fans besuchen im Schnitt die Heimspiele des Achtligisten, so die Recherche), oder vielleicht um den Betriebsausflug der Insolvenzverwalter aus South Yorkshire, wir werden es so schnell nicht erfahren. 
Die Beinkleider eines der "Lads" deuteten rein optisch eher auf einen lokalen Junggesellenabschied hin. Dem Vernehmen nach sind aber alle gut nach Hause gekommen und fühlten sich gut unterhalten. 
Und doch hätte man der Reisegruppe für diesen Aufwand den Fußball und die Stimmung aus dem Leverkusen Spiel gegönnt. 
War sonst noch was ? Die Webcam ist noch in Kur, Kampfente Willi eskaliert vor Freude in der Weststadthalle; Der FC Bayern kommt nicht in Freundschaft; Lothar Matthäus hat auch mal wieder Geburtstag; Und, ganz wichtig: Köln. Samstag, 14.00 Uhr.

Samstag, März 16, 2013

Tiki Taka, Taka Tuka, Tick,Trick & Track

Es ging alles sehr ruhig zu, rund um die Hafenstraße, anderthalb Stunden vor Anpfiff. Der Strom der Fans teilt sich in diesen Tagen noch vor der alten Osttribüne auf, anstatt sich wie früher auf dem Platz davor zu versammeln. Auch der sporadisch anwesende Getränkewagen zum Wohle aller Nostalgiker macht bei diesen Temperaturen nicht wirklich Sinn. 
Und so kommt der Fan erst kurz vor dem Anpfiff hinter dem Ofen hervor, um sich von der Mannschaft seines Vertrauens erwärmen zu lassen. Oder hat abgewartet, ob das Spiel denn auch nun wirklich stattfinden wird. Es fand statt, und fragen Sie nicht nach Sonnenschein: Rot Weiss Essen hat das heutige Spiel gegen die Zweitvertretung aus Leverkusen mit 4:0 gewonnen. Zwar wurden auch gegen Bergisch - Gladbach schon Vier Tore erzielt, aber das Spiel hier und heute, also gestern, brachte einen Hauch Fußballglanz in das neue Stadion. 
Mit Anpfiff lief der Ball dermaßen flüssig durch die Reihen der Essener, Magen Darm ist nichts dagegen. Eine frühe Führung nach neun Minuten wurde nicht verwaltet und nachlässig verschenkt, sondern nur zwei Minuten später ausgebaut. Schöne Tore dazu. Kamen dann die Leverkusener vor das Tor des RWE, zeigte sich der eigene Torwart als Souverän, wurde sich ebenso aus der Situation befreit. Kein Langholz nach vorne, abgesehen von einer wüst in den Himmel gedroschenen Kerze in der zweiten Halbzeit, sondern gepflegtes Kurzpassspiel und im Anschluss sofort der intelligente Pass auf die anspielbereiten Spieler auf den Außenbahnen. 
Das sah richtig gut aus und stellte den Fernsehfußball dieser Woche in den Schatten. Mit wohlwollenden Applaus wurden die Spieler in die Kabine verabschiedet und einige neue Kapitäne der Hafenstraße begrüßt. Mit Anpfiff der zweiten Halbzeit begann dann das spielerische Spektakel der rot weissen erst so richtig. Kritiker erwähnen an dieser Stelle gerne auch die Schwächen des Gegners. Gut, konstatieren wir den Spielern aus Leverkusen durchaus einen gebrauchten Abend und heben deren Torwart dafür umso mehr hervor. Trotzdem bedarf es aber auch dann eines Gegners, der daraus Kapital zu schlagen vermag. 
Und das tat der RWE in Form zweier weiterer Tore. Hinzu kamen ein verschossener Elfmeter, nebst einigen weiterer Chancen, vereitelt durch erwähnten Gästekeeper. Das ganze in einer Leichtigkeit, die nicht nur das Publikum derart verzückte, so dass es schon in der 70. Minute den "Schrecken vom Niederrhein" forderte und bekam, sondern auch sonst lautstark die Deutsche Meisterschaft, den Europapokal, das eigene asoziale Dasein und die Farben der Stadt feierte. 
Das neue Oberhaupt der katholischen Kirche fand übrigens keinerlei Erwähnung. Wir sind eben nicht Mainstream. Vier Tore, zudem ein Auftritt, welcher Hoffnung macht auf weitere spannende Wochen. Ein Auftritt, der gezeigt hat, dass es nicht lohnt, über Rasen und Verletzte zu klagen, sondern dass es eben diejenigen zu spielen haben, die auf dem Platz stehen. Heute wurde Fußball gespielt. Und ein kleines Fünkchen Hoffnung neu erweckt, welches durch Verl schon erloschen schien. Danke für diesen tollen Fußball, das glaubt einem doch wieder keiner.

Mittwoch, März 06, 2013

Dienstag, März 05, 2013

Herrschaftszeiten

Hätten wir am vergangenen Samstag doch bloß nicht gespielt. Was war es doch wieder alles schlecht. Wieder eine Niederlage. Wieder Klagelieder in den rot weissen Foren der Republik. 
Sind die Besucher einer Loge nur deshalb nach draussen "gestürmt", weil sie drinnen die Ruhe nicht mehr ertragen konnten; Haben daher die Haupttribüne zu Gegenmaßnahmen in Form alter Gassenhauer animiert? Man weiss es nicht. Und dabei würde es uns doch besser gehen, wenn wir es wüssten.
Schließlich müssen wir Fußballfans dieser Tage schon in der Ungewissheit zu Bett gehen, welchen Weg ein Dortmunder Spieler eines Tages einschlagen wird. Wir haben abzuwägen, was Originalfußball und was Plagiatsgekicke darstellt. Ab wann ein Traditionsverein eben ein Traditionsverein oder doch nur Schalke ist. 
Wäre ja alles zu verkraften, würde doch unser eigener Verein nicht so langsam aber sicher verlieren. An Atmosphäre. Das Spiel gegen Bergisch - Gladbach wurde übrigens mit 4:1 gewonnen. Toll, oder ? Vier Tore, Drei Punkte. Zudem als gefühlter Kaltstart nach den ganzen Spielausfällen der letzten Wochen. Man sollte also mehr als zufrieden sein. 
Aber, es fehlte dem Spiel durchaus irgendetwas. Irgendetwas, was den berühmten Funken auf die Tribüne und die Fans auf selbiger hüpfen lässt. Trotz schöner Tore, eines gar als Bewerbungsschreiben zum Tor des Monats. Trotz einiger Momente, in welchen sich unsere Abwehr höchst instabil präsentierte. Zuzüglich gefühlter Selbstgefälligkeit, mit welcher einige Zeit nach der Führung agiert wurde. 
Unser Glück, dass der Gegner insgesamt zu bieder agierte, um die eigene Nachlässigkeit zu bestrafen. Somit war es einfach auch ein Spiel, das einfach mal keine große Atmosphäre an einem flachen Samstag Nachmittag zuließ. Vielleicht hilft hier Akzeptanz, dass es so ist, wie es ist. Und, so schlecht war es doch gar nicht. Subjektiv betrachtet. Es wurde doch gesungen.
Zumindest nicht so schlecht, dass hier nun wieder Fangruppierungen, Standorte, offene Ecken, Sitzschalen und Stehbeton in den verbalen Ring geworfen werden. Herrschaftszeiten, wir spielen Regionalliga, gegen einen Gegner, der nun nicht zu den Schwergewichten der Fußballwelt zählt (Das bitte nicht als Respektlosigkeit zu verstehen), das Spiel bot trotz des guten Ergebnisses keinerlei Aufreger, und dann ist das einfach auch mal so. 
Auch die Stehtribüne  allein wird mit Sicherheit nicht sofort zu einer Verbesserung der Stimmung beitragen, so dass alle zufrieden sind. Spielt der RWE auch in der nächsten Saison noch Regionalliga, richtet sich der Blick von der neuen alten West dann noch mehr in ein weitestgehend leeres Stadion, kann sich stimmungstechnisch kaum an Auswärtsfans hochgezogen werden. Es wird also weiterhin schwierig bleiben, ein steiniger Weg hin zu Mythos reloaded. 
Wenn wir aber daran selbst etwas ändern wollen, dann geht das nur im Stadion. Egal, ob sitzend oder stehend. Zumal rein rechnerisch sportlich noch alles im Bereich des Möglichen ist. Das nun ausgerechnet Sitzschalen kein Argument mehr gegen Stimmung darstellen, zeigt noch ausgerechneter ein Beispiel aus dem ehemals gelobten Land! 
Bei Crystal Palace FC, einem Londoner Zweitligisten und Bruder im Insolvenzgeiste tut sich seit einiger Zeit etwas, was den Gestrengen im Lande sicher die Augenbrauen zusammenziehen, das Herz vieler Fans aber höher schlagen lässt. Und das in einem reinen Sitzplatzstadion. Ab der 6. Minute wird es atmosphärisch mal ganz dicht. Apropos "Dicht": In der Loge wurde einfach nur ein rot weisser Geburtstag gefeiert und keine Protestbewegung gegründet. Uns geht es doch gut!